Zusammenarbeit
Kooperationen
Überblick
Die Projektpartner sind bei der Umsetzung des Projekts auf die Unterstützung von Kooperationspartnern angewiesen.
Kooperationspartner nehmen im Projekt eine Sonderstellung ein. Sie arbeiten unabhängig und werden daher nicht über das Projekt bezahlt. Dennoch tragen sie zum Erfolg des Projekts bei, indem sie mit uns zusammenarbeiten, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Forschung: Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz
Forschung ist jedoch ein wichtiger Baustein im evidenzbasierten Naturschutz, da sich in einem dynamischen Umfeld immer wieder neue Herausforderungen und Fragen ergeben. Gemeinsam mit interessierten Forschungseinrichtungen schaffen wir deshalb im Rahmen von Kooperationen Synergien zwischen angewandtem Naturschutz und Forschung.
Eine dieser Forschungskooperationen betrifft die Arten Kampfläufer und Bekassine. Wir wollen die Zugrouten und Zugzeiten sowie die Brutbiologie dieser Arten besser verstehen. Zu diesem Zweck arbeiten wir mit der Abteilung Ornithologie des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz zusammen.
Kampfläufer und Bekassinen werden gefangen und mit GPS-Sendern ausgestattet, damit wir sie auf ihrem jährlichen Zug verfolgen können. Außerdem werden ihre Rast- und Brutpopulationen bestimmt. Mit den so gewonnenen Daten kann das Gebietsmanagement an die spezifische Brutbiologie dieser Arten angepasst werden. Außerdem können wir so ermitteln, in welchem Maße diese Arten auch während ihres Zugs geschützt werden müssen.
Ein anderes Kooperationsprojekt mit Prof. Bart Kempenaers und seiner Abteilung für Ornithologie (http://ornithology.bi.mpg.de/) dreht sich um den Kiebitz. Kempenaers und sein Team führen am Dümmer eine umfassende Studie zum Brut- und Ausbreitungsverhalten der dortigen Kiebitz-Population durch.
Im Rahmen der laufenden Forschung werden erwachsene, am Dümmer brütende Kiebitze mit GPS-Sendern ausgestattet und Jungvögel beringt, um das Ausbreitungsverhalten und die ganzjährigen Wanderungen der Art zu untersuchen und die individuellen Lebensraumbedürfnisse während der Zug- und Überwinterungszeit besser zu verstehen. Diese Daten werden zudem dazu genutzt, die lokale Raumnutzung dieser Art am Dümmer besser zu verstehen und so das Naturschutzmanagement für den Kiebitz seinen Bedürfnissen anzupassen.
Landwirtschaft
Wiesenvögel sind auf nasse bis feuchte, sehr extensiv genutzte Wiesen und Weiden als Bruthabitate angewiesen. Im Einzelnen benötigen sie:
- Hohe Grundwasserspiegel mit zeitweise flach überfluteten Flächen
- Böden mit niedrigem oder mittlerem Trophiegrad
- Mahd und Beweidung im Einklang mit den Neststandorten
- Auf optimale Vegetationsstrukturen angepasste Bewirtschaftungsintensität
Einerseits sind diese Faktoren für die Landwirtschaft unattraktiv, denn sie bedeuten deutlich geringere Erträge und damit weniger Geld. Andererseits verträgt sich die konventionelle Landwirtschaft mit hohen Düngergaben, dichten homogenen Pflanzenbeständen und häufiger Mahd nicht mit dem Wiesenvogelschutz.
Deshalb sind Landwirtinnen und Landwirte als Bewirtschafter der Wiesen wichtige Partner im Wiesenvogelschutz. Wir arbeiten mit Pächtern und Bauernverbänden zusammen, um Wiesen und Weiden so zu bewirtschaften, dass sie sowohl für die Vögel als auch für die Landwirtschaft rentabel sind. Teil dieses Projekts ist die Entwicklung eines nachhaltigen landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsmodells, das auch über die Grenzen unserer Projektgebiete hinaus angewendet werden kann.
Westafrika
Aktuell bauen wir die Zusammenarbeit mit verschiedenen Akteuren in Westafrika aus. Geplant sind Kooperationen mit Akteuren der Zivilgesellschaft, akademischen Einrichtungen, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen.
Alle interessierten Akteure aus westafrikanischen Ländern können sich an unser Team wenden, um über mögliche Kooperationen zu sprechen. Der geografische Umfang und die Dauer des Projekts bieten großartige Möglichkeiten für langfristige Partnerschaften.
Weitere Informationen folgen!