Nasse, nährstoffarme Wiesen, die nicht gedüngt und spät gemäht werden, sind für Wiesenvögel beste Brutlebensräume. Für die Landwirtschaft bedeutet dies vor allem schwierige Bewirtschaftungsbedingungen, geringe Futterqualitäten und damit finanzielle Verluste. Das Interesse, solche Flächen zu bewirtschaften, sinkt, und infolge der damit oft verbundenen unzureichenden Pflege breiten sich beispielsweise Flatterbinsen stark aus und die Flächen verlieren ihren Wert als Bruthabitat.
Doch wie niedrig oder hoch sind die Einnahmen bzw. Verluste tatsächlich? Wie viel kostet die Bewirtschaftung des unterschiedlich stark vernässten Extensivgrünlandes? Diese Fragen wurden im LIFE-Projekt GrassBirdHabitats durch den Agrarökonomen Prof. Dr. Albrecht Mährlein für die öffentlichen Flächen im Vogelschutzgebiet Dümmer untersucht und beantwortet. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass, abhängig von dem Nässegrad der Wiesen, ein Entgelt pro Hektar und Jahr erforderlich wäre, um auf den öffentlichen Flächen am Dümmer auskömmlich wirtschaften zu können. Diese Ergebnisse sind ausschließlich für die spezifische Situation am Dümmer gültig. Für andere Regionen und Böden werden gegenwärtig weitere Berechnungen durch das LIFE-Projekt erarbeitet.
Ein zentrales Ziel von GrassBirdHabitats ist es, ein ergebnisbasiertes Entgeltmodell zu entwickeln und zu etablieren, das die Bewirtschaftung von optimalem Wiesenvogel-Grünland und damit die Entwicklung und den Erhalt der Wiesenvogel-Populationen dauerhaft sichert. Statt teils nicht verwertbares Heu sollen die Landwirtinnen und Landwirte Wiesenvogel-Brutpaare „produzieren“ und dafür ein Entgelt erhalten. Das Gutachten von Prof. Dr. Mährlein bildet die agrarökonomische Grundlage zur Ausgestaltung dieses ergebnisbasierten Entgeltmodells.
Das vollständige Gutachten ist frei verfügbar und kann unten heruntergeladen werden.