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01.11.2025

Ein Strategischer Schutzplan für Feuchtgrünland-Brutvögel in Deutschland

Bedeutende Arbeit des Projekts nun veröffentlicht

Feuchtgrünländer sind lebenswichtige Ökosysteme und Heimat für ikonische Vogelarten wie die Uferschnepfe (Limosa limosa limosa), den Großen Brachvogel (Numenius arquata) und den Kiebitz (Vanellus vanellus). Doch diese Lebensräume und die von ihnen abhängigen Vogelarten sind verschiedenen Gefahren ausgesetzt, wie z. B. Lebensraumverlust, intensiver Landwirtschaft, Klimawandel und steigendem Druck durch Prädation.

Heute präsentieren wir den Strategischen Schutzplan (SSP) für Feuchtgrünland-Brutvögel, eine gemeinschaftliche Initiative, um den Rückgang dieser Vögel umzukehren und die Biodiversität der Feuchtgrünländer und -wiesen in Deutschland wiederherzustellen. Dieser Plan wurde im Rahmen des Projekts LIFE IP GrassBirdHabitats (LIFE19 IPE/DE/000004) entwickelt – einem 10-jährigen Vorhaben, das sich auf die Wiederherstellung von Lebensräumen und Populationen von ziehenden Watvögeln in Niedersachsen und entlang des Ostatlantischen Zugwegs konzentriert.

Schwerpunkte für Maßnahmen

Der SSP skizziert einen eindeutigen Fahrplan für den Naturschutz und betont dabei folgende Punkte:

  • Ganzheitlicher Naturschutz: Simultane Umsetzung der zehn Schlüsselmaßnahmen, die in diesem Plan beschrieben werden (wie Lebensraumoptimierung und Prädationsmanagement), für maximale Wirkung.
  • Ambitionierte Ziele: Ausweitung der Schutzbemühungen im Rahmen von nationalen Projekten, die Ressourcen zu mobilisieren und Innovationen fördern.
  • Synergien mit dem Klimaschutz: Verknüpfung des Vogelschutzes mit Klimaschutzmaßnahmen, wie der Renaturierung von Mooren, um Fördermittel und Unterstützung zu gewinnen.
  • Stabile Finanzierung: Sicherung langfristiger Finanzierung durch EU-Programme, Klimainitiativen und innovative Mechanismen.
  • Forschung und Innovation: Wissenslücken schließen durch Telemetriestudien, angewandte Forschung und KI-gestütztes Monitoring.
  • Zusammenarbeit: Stärkung der Kooperation zwischen Bundesländern, NGOs, Landwirt:innen und politischen Entscheidungsträger:innen, um Bemühungen zu koordinieren und sich über bewährte Praktiken auszutauschen.

Erfolgsgeschichten

Der SSP enthält 11 Fallstudien aus Niedersachsen, Bayern, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Diese Beispiele zeigen erfolgreiche Strategien auf – von ganzheitlichen Naturschutzansätzen und ergebnisbasierten Zahlungen für Landwirt:innen bis hin zu Programmen zum Prädationsmanagement. Ziel ist es, den Wissensaustausch zu fördern und erfolgreiche Beispiele auszuweiten.

Aufruf zum Handeln

Der SSP ist ein Leitfaden für den Wandel, doch sein Erfolg hängt vom gemeinsamen Engagement ab. Wir rufen Politiker:innen, Naturschützer:innen, Landwirt:innen und die Öffentlichkeit dazu auf:

  • die Empfehlungen des Plans in lokale und regionale Strategien zu übernehmen,
  • sich für eine stärkere Unterstützung des Schutzes von Brutvögeln des Feuchtgrünlands einzusetzen,
  • sektorübergreifend zusammenzuarbeiten, um vogelfreundliche Praktiken zum Standard zu machen,
  • Forschung und Innovation zu fördern, um die Naturschutzergebnisse zu verbessern.

Der SSP ist derzeit nur auf Englisch verfügbar. Seine wichtigsten Botschaften werden bald separat auf Deutsch veröffentlicht. Der vollständige Plan kann unten heruntergeladen werden.


Ein Vogel mit langem Schnabel und orangefarbenem Kopf steht im seichten Wasser. Gras ragt aus dem Wasser heraus.
Eine Uferschnepfe in ihrem natürlichen Lebensraum. Foto: C. Marlow/NLWKN
Anordnung von Sechsecken, die prägnante Worte und passende Bilder kombiniert.
Schwerpunkte für Maßnahmen: Sechs Schwerpunkte zur Förderung des Schutzes von Wiesenvögeln in Deutschland: Stabile Finanzierung, ganzheitlicher Naturschutz, Synergien mit dem Klimaschutz, ambitionierte Ziele, Forschung und Innovation, Zusammenarbeit. Grafik: A. Maasri/NLWKN
Eine Karte der deutschen Bundesländer, auf der vier Bundesländer hervorgehoben sind.
Erfolgsgeschichten: Die Themen der 11 Fallstudien aus vier Bundesländern zum Schutz von Wiesenvögeln in Deutschland: Ganzheitlicher Naturschutz, Prädationsmanagement, Zahlungsmodell, politische Vereinbarung (Niedersachsen). Ganzheitlicher Naturschutz, Naturschutz auf privaten landwirtschaftlichen Flächen (Schleswig-Holstein). Telemetrie, ganzheitlicher Naturschutz (x2), Flughafen München (Bayern). Prädationsmanagement (Nordrhein-Westfalen). Grafik: A. Maasri/NLWKN