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03.02.2026

Der Januar als Uferschnepfe

Startvorbereitungen und kalte Füße

Nachdem eine besonders ungeduldige Uferschnepfe bereits Ende Oktober aus Westafrika wieder nach Europa zurückgeflogen ist, beginnen nun auch die Startvorbereitungen für den Großteil der in Westafrika verbliebenen Uferschnepfen. Der Dezember war bereits ein dynamischer Monat für die Vögel, weil die Trockenheit nach der Regenzeit nun viele flache Wasserflächen schneller austrocknen lässt, sodass die Vögel auf andere Flächen ausweichen müssen. Derzeit hält sich ein Großteil der besenderten Uferschnepfen im nördlichen Senegal (in und um den Nationalpark Djoudj) auf, insbesondere auf noch nassen Reisanbauflächen und größeren Wasserflächen. Zwei Vögel befinden sich im inneren Nigerdelta in Mali. 

Aus diesen Gebieten brechen die Vögel dann zu ihrer mehrere tausend Kilometer langen Reise über die Sahara Richtung Spanien und Portugal auf. Mitte bis Ende Januar sind drei im Vorjahr besenderte Uferschnepfen in diese Richtung aufgebrochen. Für eine von ihnen endete die Reise leider auf einem Berg auf Fuerteventura. Die Uferschnepfe „Ulf“ wurde dort am 17. Januar von einem Greifvogel erlegt. Der Sender und die Reste des Vogels konnten von britischen Ornithologen in ihrem Urlaub geborgen werden.

Die erfolgreichen Sahara-Überquerer treffen sich jetzt meist mit den in Europa überwinternden Uferschnepfen auf Reisanbauflächen im Tejo-Delta bei Lissabon. Der Nationalpark Coto de Doñana in Südspanien hat aufgrund seiner massiven hydrologischen Probleme an Bedeutung für die Uferschnepfen verloren – die Flächen bei Lissabon werden nun deutlich häufiger besucht. Während in Senegal und Guinea-Bissau im Dezember und Januar noch Temperaturen von über 30 °C, teils sogar bis 36 °C herrschten, bekommen die Uferschnepfen nun bei rund 10 °C in der Nacht in Lissabon bestimmt „kalte Füße“. Unsere nördlichsten überwinternden Uferschnepfen verbringen die kalte Jahreszeit übrigens im Ebro-Delta an Küste der Balearen.


Flache Landschaft mit stark ausgetrocknetem Erdboden. Vereinzelt gibt es noch flache Wasserflächen.
Eine schnell austrocknende Wasserfläche in Guinea-Bissau im Dezember 2025, auf der bis kurz zuvor noch Uferschnepfen geortet wurden. Foto: C. Marlow/NLWKN
Flyway in January
Flugroute der Uferschnepfen im Januar. Foto: Global Flyway