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03.03.2026

Bingo für den Wiesenvogelschutz

Internationale Förderung stärkt Zugvögel zwischen Niedersachsen und Westafrika

Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung hat ihre Förderung für ein internationales Naturschutzprojekt zum Schutz von Wiesenvögeln zugesagt. Gestärkt wird damit der Schutz wandernder Vogelarten, die in Niedersachsen brüten und in Westafrika überwintern. Das Vorhaben wird von einem internationalen Konsortium aus der Université Gaston Berger, der Naturschutzorganisation Nature-Communauté-Développement (NCD), der senegalesischen Nationalparkbehörde und dem NLWKN innerhalb von LIFE IP GrassBirdHabitats umgesetzt.

„Niedersachsen unterstreicht mit diesem Engagement – unterstützt durch die Bingo-Umweltstiftung – seine besondere Verantwortung als wichtigstes Wiesenvogelland Deutschlands und setzt ein deutliches Zeichen für einen global denkenden Naturschutz“, kommentiert Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer die Fördermittelzusage.

Im Mittelpunkt der internationalen Anstrengungen stehen der Aufbau lokaler Fachkompetenzen in dem westafrikanischen Land, der gezielte Wissenstransfer im Bereich Wasser- und Ökosystemmanagement sowie eine enge wissenschaftliche Begleitung. Die Auswirkungen der für den Zeitraum 2026 bis 2028 geplanten Maßnahmen können mithilfe satellitengestützter Telemetrie unmittelbar an den Wanderbewegungen der Vögel nachvollzogen werden.

Zentraler Projektstandort ist der Nationalpark Djoudj im Norden von Senegal. Der Nationalpark ist eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Westafrikas – und ein Schlüsselgebiet für den globalen Zugvogelschutz. Der Grund: Der rund 20.000 Hektar große Park ist einer der ersten Rastplätze für Zugvögel südlich der Sahara. Er beherbergt jährlich etwa 1,5 Millionen Vögel sowie mehr als 400 Arten, darunter zahlreiche in Deutschland heimische Wiesenvögel. „Der Djoudj spielt deshalb eine entscheidende Rolle für den Erhalt der biologischen Vielfalt entlang des afrikanisch-europäischen Zugvogelflugwegs“, betont Projektkoordinator Dr. Alain Maasri. Arten wie die Uferschnepfe verbringen einen Großteil ihres Lebens in diesem Gebiet. „Veränderungen der ökologischen Bedingungen im Djoudj wirken sich daher unmittelbar auf die Brutbestände auch in Niedersachsen aus“, so Maasri. Der Schutz des Parks ist ein zentraler Baustein für den Wiesenvogelschutz in Deutschland.

Umsetzung in Afrika – direkte Auswirkungen in Europa

Neben seiner Bedeutung für die Artenvielfalt ist der Djoudj aber auch für den globalen Klimaschutz relevant. Feuchtgebiete regulieren den Wasserhaushalt und erhöhen die Klimaresilienz. Gleichzeitig sind sie besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels. Das Projekt, für das jetzt eine Förderung in Höhe von rund 42.000 Euro durch die Bingo-Umweltstiftung zugesagt wurde, verbindet daher Naturschutz, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. „Der Schutz von Wiesenvögeln endet nicht an Landes- oder Kontinentalgrenzen. Mit dem Vorhaben können wir einen entscheidenden Beitrag leisten, um die Überwinterungslebensräume unserer heimischen Arten langfristig zu sichern“, unterstreicht Maasri.


Luftbild eines großflächigen und strukturreichen Feuchtgebiets.
Durch einen Deich ist der Nationalpark Djoudj vom nahen Senegalfluss getrennt. Die komplexe Hydrologie des Schutzgebiets ist für den Erhalt der Vogelvielfalt in diesem UNESCO-Weltnaturerbe von entscheidender Bedeutung. Foto: NCD
Eine Uferschnepfe steht in flachem Wasser.
Die Brutgebiete in Niedersachsen und den Niederlanden spielen eine wichtige Rolle für Wiesenvögel wie die Uferschnepfe. Da die Vögel jedoch nur wenige Monate im Jahr in ihren Brutgebieten verbringen, engagieren sich der Naturschutz im NLWKN auch in internationalen Projekten, die die Rast- und Überwinterungsgebiete von Wiesenvögeln einbeziehen. Foto: C. Marlow/NLWKN